Grobanalyse
Die Vorgehensweise ist sehr projektspezifisch. Oft reicht es für eine erste Bewertung schon, die vorhandenen Zählerwerte oder Jahresabrechnungen zusammen mit der momentanen Einstellung der Anlagen auszuwerten und unter den richtigen Aspekten zu hinterfragen. Liegen überhaupt keine Daten vor, muss eine regelmäßige Zählerauslesung (monatlich oder wöchentlich) vereinbart werden. Eventuell müssen auch Zähler nachgerüstet werden.
Durch diese Grobanalyse kann der Energieverbrauch einzelnen Segmenten zugeordnet werden, erste Schwachstellen können entdeckt und Maßnahmenkataloge erstellt werden.
Feinanalyse
Bei der Feinanalyse werden bestimmte Bereiche genauer untersucht, insbesondere einzelne Anlagen werden auf ihr Regelverhalten und ihre Effizienz hin überprüft. Bei modernen Gebäuden mit einer Gebäudeleittechnik liegen auch hier häufig die benötigten Daten schon auf dem Bus auf, sie müssen für die Analyse über einen längeren Zeitraum gespeichert werden. Ansonsten werden Messeinrichtungen nachgerüstet oder es wird mit mobiler Messtechnik eine zeitlich begrenzte Messung durchgeführt.
Benchmarking
Schon in der Grobanalyse können durch Vergleiche mit anderen Gebäuden oder Sollwerten die Segmente herausgearbeitet werden, die einen außergewöhnlich hohen Energieverbrauch aufweisen. Zum Vergleich können auch Energiebedarfswerte aus der Planung oder Ergebnisse von Simulationsrechnungen herangezogen werden.
Bei der Betrachtung einer Liegenschaft können über ein Benchmarking diejenigen Gebäude herausgefunden werden, welche die größten Schwachstellen aufweisen und bei denen sich durch entsprechende Maßnahmen die höchsten Einsparungen erzielen lassen.
Beschlossene Maßnahmen werden umgesetzt und der Erfolg umgehend durch die Messdaten überprüft.
Befragungen
Neben dem reinen Messen von Daten haben sich Nutzerbefragungen als probates Mittel erwiesen, um eine weitere Qualifizierung des Gebäudes vorzunehmen. Hier lassen sich eventuelle Schwachstellen des Gebäudes mittels Statistik herausfinden. In vielen Fällen korrelieren diese mit Ergebnissen aus dem Energiemonitoring. Über eine Handlungsmatrix wird ersichtlich, welches aus Nutzersicht die dringlichsten Verbesserungsmaßnahmen am Gebäude darstellen.
Außerdem führen wir bei Bedarf auch Befragungen des Facility Managements durch. Das FM als Schnittstelle zwischen Gebäude und Nutzer kann ebenso entscheidende Hinweise auf die Funktion des Gebäudes geben.
Solche Befragungen werden je nach Fragestellung in unterschiedlicher Länge und mit verschiedenen Wiederholungen entweder in mündlicher Form, in Papierform oder in elektronischer Form über den Computer/das Internet durchgeführt werden.
Auswertung
Maßgeblich für den Erfolg eines Monitorings sind die richtigen Auswertungen. Die Zahlen müssen so interpretiert werden, dass bisher verborgene Fehlfunktionen, falsche Regelparameter und Optimierungspotenziale schnell ersichtlich werden. Dazu nutzen wir einerseits eine über die Jahre selbst entwickelte Software, andererseits Produkte, die genau auf diese Fragestellungen zugeschnitten sind.
Bei der Auswertung arbeiten wir in vielen Fällen eng mit dem Facility Management zusammen, um unsere Erkenntnisse auf dem kürzesten Weg wieder in den Betrieb des Gebäudes zurückzuführen.